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Tschechen-Chronik
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Tschechen - Chronik1945 - 1952 Mai 1945 Im malerischen Tal - der Quelle des Schwarzbaches, eingekeilt zwischen Wälder, liegt das Dörfchen Wiedergrün. Es bildet den Teil der Gemeinden des Freudenthaler Kreises. Es ist ein paradiesisches Fleckchen unserer Heimat und in den Frühlingsmonaten ein ländliches Paradies. Ein Ort feierlicher Ruhe - vom Frühling bis zum Winter - und im Winter ein Märchen des Lebens. Leider Gottes erfolgte die Ansiedelung nur mit deutschen Bewohnern, die nahezu eifersüchtig die Rodung der herrlichen Berge des Gesenkes behüteten und nicht zugelassen haben, dass diese schöne Natur ein tschechischer Mensch abgemäht hätte. Sich hier anzusiedeln war zuerst unmöglich. Das deutsche Element blieb da mit dem Herrn bis zum 9. Mai 1945. Am 4. Juni kamen neue Einwohner und die Tschechische Sprache begann auch hier zu erschallen. Das Wort von Komeni "Die Herrschaft der Dinge kehrt in deine Hände - Deiner tschechischen Menschen zurück" machte sein Hunderte Jahre altes Recht geltend. Die Gemeinde Wiedergrün, gelegen im Tal, umringt von Wäldern, am Fuße des hohen Gesenkes, nahe von Altvater, dem höchsten Berg mit 1490 m, liegt in einer Höhe von 670 - 720 m über dem Meer. In den Tagen des Mai 1945 hatte es 220 Einwohner, zu denen am 4. Juni 4 Tschechen hinzukamen und nach diesem Tag dann weitere. Das Kataster der Gemeinde hatte eine Ausdehnung von 781,56 ha, Wälder 545,5 ha, Ackerböden 171,78 ha, Wiesen 37,23 ha, Gärten 6,88 ha, Weideland 3,25 ha, andere Böden und Wege 16,92 ha. Die Gemeinde wurde im Jahre 1634 gegründet mit Einwanderern aus ( ? ) Glatz, nach der Zeit der Unterjochung der Tschechischen Nation, nach dem Jahre 1620. Die umliegende Landschaft und Wälder wurden in dieser Zeit fast veräußert durch die Hand fremder Geschlechter. Lichtenstein, der damalige Vollstrecker des Willens Ferdinand II. aus Österreich, suchte jede Ecke (Winkel) mit Deutschen zu besiedeln. Der letzte Spross des tschechischen Besitzers Heinrich aus Würbenthal als Führer der tschechischen Protestanten, war genötigt alles zuzulassen und seine Heimat im Stich zu lassen. Kaiser Ferdinand II. beschlagnahmte diese Gegend / Landschaft "das Schlesische Land" und schenkte sie Lichtenstein, dem Führer des Österreichischen Heeres. Dieser aber verkaufte diese Landschaft im Jahre 1621 dem Rat des Deutschen Ritterordens, welcher hier bis zum Mai 1945 herrschte. In der Nähe von Wiedergrün - wie am Schwarzbach, so auch an den angrenzenden Bächen und im Tal der Opa und Mora wurde Gold, Silber und Blei gewaschen, gewonnen durch Abbau von Silbererzen in den Erzbergwerken der Umgebung, aus der Zeit der Premisliden des Jahres 1100. Später hat sich die Förderung nicht mehr ausgezahlt und daher rodeten die Bewohner die Wälder und gründeten Landwirtschaft, sowohl als auch Viehzucht. Durch das Fällen der Jahrhunderte alten Wälder und mit Anstieg ihrer Eingänge, ließ der Rat des Deutschen Ritterordens Holzkohle in Meilern brennen. Die ausgebrannten Lichtungen wurden weiter besiedelt. In diesen stürmischen Zeiten des Dreißigjährigen Krieges suchte man zu fördern und aus dem tschechischen Land herauszuholen und herauszusaugen, was sich nur machen ließ. Um seine Einnahmen am meisten vergrößern zu können, erlaubte er auch diesen geordneten Winkel mit deutschen Siedlern aus Glatz zu besiedeln. Sie nannten den Ort WIEDERGRÜN, dessen Bezeichnung bis in das Jahr 1948 erhalten blieb, als es dann in die Gemeinde PODLESI umbenannt wurde. Die Einwohner als Siedler nach der Aufhebung der Leibeigenschaft 1648 brachten ihre Landwirtschaft in die Höhe. Sie bauten ihre Anwesen aus Steinen und Ziegeln, nicht wie die ersten Siedler, die in hölzernen Häuschen wohnten, wie bis jetzt noch zu sehen ist. Nach dem Jahre 1918, als durch die Bildung der neuen Republik der Tschechoslowakei diese Gegend, sowie das ganze Land Schlesien dazugefallen ist, brachte die Bewohnerschaft, obwohl deutsch, erst noch mehr ihre Landwirtschaft durch Gründung von Weidewirtschaften in die Höhe, welche in der heutigen Gegend in der Tat in bedeutender Entwicklung ist, zum Vorteil der Landwirtschaft. Durch den Mai-Umsturz am 9.5.1945 wurde aber die Herrschaft der Deutschen beendet und die Bevölkerung erwartete in Angst die nächsten Tage. Dass die Gesinnung der Bevölkerung echt deutsch war, zeigt sich im Besuch Adolf Hitlers nach der Besetzung der Sudeten in Freudenthal, der in Begleitung Hermann Görings, der sich beim ganzen Kreis für die Dienste der Bewohner bei der Zerschlagung der tschechoslowakischen Republik und der Ausrottung alles Tschechischen zu bedanken kam. Es ist zu erinnern, dass die ganze Gemeinde Mitglied der SPD später NSDAP war und daher hasserfüllt die nächsten Tage erwartete. Das Dorf wurde durch die tschechoslowakische Panzerbrigade aus Karlsbrunn besetzt, welche hier bis zur Ankunft der ersten Siedler die staatliche Macht ausübte. Am 4. Juni 1945 kamen die ersten Siedler: Sie bildeten die örtliche Rechtskommission mit dem Vorsitz von Komarek Josef am Bauernhof der späteren Ansiedlung Nr. 9. Im Herbst dieses Jahres siedelten weitere: Vodicka Josef am Bauernhof Nr. 2, Danek Stanislav Nr. 5, Zlamany Nr. 11, Stepanek Karel Nr. 43. Der erste Siedler Skacel Zdenek siedelte in Nr. 58. Brunclik Ondrej siedelte im Waldrevier. Im Jahre 1945 wirtschaftete die ganze Gemeinde im Kollektiv zur Führung des MSK (örtliche Rechtskommission), um die Ernte unter schweren Bedingungen einzubringen. Es gab keine Gespanne, daher wurden die Wagen von Leuten gezogen. Die Lieferung wurde zu 100% erfüllt. Für das nächste Jahr säten die Siedler schon auf den Bauerngütern ihre Zuteilungen aus. Die örtliche Rechtskommission siedelte sich in der Behörde im Wald an, deren Gebäude einzig zur Arbeitsleistung einer so ausgedehnten Verwaltung der ganzen Gemeinde in der Lage war. Sowohl die Inventare, als auch die Bestände auf den Bauerngütern mit den Büchern für die Leitung, mussten aufgestellt werden. Man amtierte bei Tage und bei Nacht, damit alle notwendigen Daten über die Einwirkungen der Deutschen und ihre gewaltsamen Tätigkeiten bewältigt werden konnten. Entsprechend verhielt es sich mit der Schule. Sie war jedoch dieses Jahr nicht geöffnet, da es keine genügende Anzahl tschechischer Kinder zu unterrichten gab. In der Gemeinde gibt es ein hölzernes Kirchlein, wo alles Inventar und alle kirchlichen Gebrauchsgegenstände zur Ausführung des Gottesdienstes aufbewahrt und sichergestellt wurde. Ebenso sind in der Schule die Möbel und schulischen Lehreinrichtungen aufbewahrt. Im Jahre 1945 begann die Ernte im August. Das Wetter war günstig und die Getreideernte gut. Der warme und lange Herbst ermöglichte die Ausführungen jeglicher herbstlichen Pflügarbeiten für das folgende Jahr. Die Gemeinde Wiedergrün war der Pfarrei zu Vogelseifen mit später geändertem Namen "Stara Rudna" zugeordnet. Der 28. September wurde als gemeinsamer Unterhaltungsabend gefeiert, bei Anwesenheit aller 9 Tschechen. Dieser Tag wird in unser aller Gedächtnis bleiben, als Tag der anwesenden zugezogenen Tschechen und Slowaken im Jahr 1945.
1 9 4 6 In diesem Jahr war die Revolutionszeit nicht beendet, so lebhaft und tief empfunden sie auch von 9. Mai 1945 an erlebt wurde. Viele der hiesigen Siedler konnten nicht begreifen und sich dieses historischen Tages nicht bewusst werden. Es ist dies ein gewaltiger geschichtlicher und zugleich sozialer, wie auch menschlicher Umsturz. Vielleicht wird es eine solche Zeit nie mehr geben, denn es hat einen derartigen Umsturz wie vor 300 Jahren in der Zeit der Schlacht am weißen Berge nicht gegeben. Damals musste der Tschechische Mensch mit Gewalt diese hundertjährig tschechische Gegend verlassen, in der Fremde verbluten und hinsterben, für das fremde Wesen der Deutschen. In dieser Zeit geht es nicht darum die Gegend der Ausgewanderten zu vernichten, sondern um die Belebung des Daseins aller tschechisch und slowakischen Bewohner unseres tschechoslowakischen Vaterlandes. Es geht um den Aufbau unseres Vaterlandes in einer neuen jungen Welt, wo sich die einfachen arbeitenden Menschen regieren werden. Dieses Volk wünscht sich keine Kriege und Gewalt, aber es will eine neue soziale Ordnung aufbauen. Wir kennen nicht die neuen Wege und daher gibt es Schwierigkeiten. Wir sind kein großer Staat, aber wir wollen Eintracht und Arbeitsamkeit, sowie ein gemeinsames frohes Leben aller Arbeitenden aufbauen. Es ist notwendig, dass jeder seine Kräfte zum Erfolg und Wohl aller Werktätigen einsetzt. Am 1. Januar 1946 gab es in der Gemeinde 226 Deutsche und 27 Tschechen. Der Kostenvoranschlag wies Einnahmen von .......... Kcs und Ausgaben von .......... Kcs aus. Die örtliche Rechtskommission führte staatliche Verpflichtungen unter dem Vorsitz von Komarek Heinrich aus. Am 1. September wurde ein neuer Vorsitzender der Kommission, Danek Stanislaus, gewählt. Von Neuem siedelten sich weitere Siedler an: Kokas Peter Nr. 10, Martecek Paul Nr. 11, Novak Rudolf Nr. 17, Tydlacka Fra Nr. 15, Konarik Frantisek Nr. 37, Kucera Frantisek Nr. 35, Zemanek Anton Nr. 25, Snejdrla Vladimir siedelte im Gasthaus Nr. 118. Im April diesen Jahres begann die Vertreibung der Bewohner deutscher Nationalität. Ausgesiedelt wurden ........ Deutsche. Der Frühling war zeitig. Im April begann die Aussaat des Sommergetreides. Diese schöne Zeit erlaubte eine zeitige Saat bis zum 15. April und sie war ein gutes Vorzeichen der Ernte. Die Heuernte wurde gleichfalls gut beendet. Die Futtererträge sicherten ausreichendes Futter für eine gute Verfassung des Viehs. Günstige und gute Ernten stärkten das frohe Streben der Siedler und flößten neue Kraft zu weiterer Arbeit ein. Mit der Vertreibung der Deutschen im Monat Oktober blieb die ganze Arbeit den Siedlern. Der Herbst aber begann mit regnerischem Wetter. Am 16. Oktober fiel der erste Schnee und er ermöglichte nicht den Abschluss der Feldarbeit. Die Kartoffeln blieben ungeerntet im Boden. In Familienunterkünften wohnten Brigadiere aus der Slowakei und aus Slowenien, welche zum Getreidedreschen zu Hilfe kamen. Mit der Hilfe dieser Brigadiere wurde alles Getreide gedroschen und die Ablieferungen zu über 100% erfüllt. Durch die Gewissenlosigkeit dieser Brigaden wurde viel Inventar, Wagen und andere verschiedene Maschinen im Stroh abtransportiert, welches ihnen für die Hilfe überlassen worden war. Das abtransportierte Stroh, zusammen mit entfremdeten Inventar, fehlte in späteren Jahren. Den Mangel an Stroh spürten die Siedler in ihren Bauerngütern bis in die späteren Zeiten. Die erste Maifeier wurde gemeinsam in Freudenthal abgehalten. Die Teilnahme auf bekränzten Leiterwagen war sehr zahlreich. Sie bestärkte die Siedler in der weiteren Arbeit. Der Tag des 28. Oktobers brachte allen Siedlern weitere Kräfte in dieser schweren Zeit der Arbeit. Die Feiern zur großen Revolution wurden in Gastwirtschaften bei voller Teilnahme der ganzen Einwohnerschaft abgehalten und waren eine neue Kraft. Sie brachten das Bewusstsein zu den Verpflichtungen für den Staat und die Nation. Alle Ablieferungen wurden dieses Jahr zu 100 % erfüllt und es waren weder Zwang noch andere Maßnahmen von den vorgesetzten Ämtern erforderlich. Im Monat Mai wurde die Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung durchgeführt. Es waren 15 Wähler eingeschrieben. Wegen der ungenügenden Zahl der vorgeschriebenen Wähler, wurden die Wahlen in Lichtewerden durchgeführt. Es wurden die folgenden Stimmen abgegeben: tschechische Kommunistische Partei 14 Stimmen Volkspartei 1 Stimme Die Wahlen hatten einen ruhigen und würdigen Verlauf. Im Jahr 1946 wurde für das Gebiet Schlesien und Ostmähren der Landes-Nationalausschuss in Mährisch-Ostrau gegründet. Am 3. Juli wurde eine neue Regierung der Tschechoslowakischen Republik gegründet. Zu ihrem Vorsitzenden wurde Klement Gottwald, als Vorsitzender der KPCS gewählt. Lasset dieses Jahr im Gedächtnis der Siedler bleiben, denn es hat ihnen neue Wege und Möglichkeiten in der neuen Umwelt aufgezeigt. Lebendige Erfolge in der Wirtschaft lassen sich aber nur durch eigene, ehrliche, konsequente und ausdauernde Arbeit erreichen.
1 9 4 7 Das Jahr 1947 begann mit einem zweijährigen Wirtschaftsplan, aufgestellt von Klement Gottwald, dem Vorsitzenden der CSR-Regierung. Mit dem Eintritt in den Zweijahresplan, beginnen wir mit der Beseitigung der Mängel, die die deutschen Besatzer verursacht haben. Durch die Erneuerung der vernichteten Industrie und die Verbesserung eines zufriedenen Lebens der Arbeiter, durch die Ermöglichung besserer Lebensbedingungen zu weiterem Wohlstand, wäre das in der Wirklichkeit zu bewerkstelligen, verkündete Gottwald zu Beginn des Zweijahresplans. Es wohnten in der Gemeinde ..... Personen Geboren wurden 2 Kinder Nachgewiesenes Budget ..... Einnahmen ..... Ausgaben. Mit der Gemeinde Alt-Vogelseifen ist man über die Änderung der Katastergrenze übereingekommen, genehmigt von allen Einwohnern. Die Gemeinde Alt-Vogelseifen hat unserer Gemeinde folgende Haus-Nr. abgetreten: Nr. 94, 115, 118, und 119 nach Änderung im Wald-Kataster am 10. September 1947. Die staatlichen Feiertage am 1. Mai und am Tage des Sieges dem 9. Mai, sowie dem 28. Oktober feierten die Bewohner in Podlesi unter zahlreicher Beteiligung. Auf Vorschlag der Siedler wurde der Name der Gemeinde Wiedergrün in "Podlesi" umgeändert und von den Bewohnern der Tag des 10. Oktober öffentlich gefeiert. In diesem Jahr siedelten sich neue Einwohner als Beschäftigte von CSSL in Podlesi an: Sottl Jan Sottl Bohus Nr. 55 Hamask Alois Nr. 60 Hrebacka Jaros Nr. 33 Der Waldarbeiter bei CSSL (Tschechoslowakische Staats-Wälder) Brunclik Ondrej ist verzogen. An seinen Platz trat der Waldarbeiter Klimes Miroslav ein, auf Nr. 45. Die örtliche Rechtskommission unter dem Vorsitz von Danek Stanislav führte für alle Einwohner den notwendigen Beschluss zur weiteren Sicherstellung besserer Zukunft ein. Der örtliche Sekretär war Skacel Zdenek. Das Jahr 1947 begann mit einem verspäteten und trockenen Frühling. Der Winter war dieses Jahr sehr grausam. Von Anfang des Monats Januar bis April lag auf den Feldern viel Schnee. Örtlich war die Schneehöhe über 2 m. Schneewehen machten die Verbindung nach Freudenthal unmöglich. Der Zug nach Klein-Mohrau fuhr einige Tage infolge einer Unmenge Schnee, großen Schneetreibens und Schneeverwehungen, nicht. Das Thermometer zeigte über 30 Grad Frost und das ständig über 2 Monate. Schneepflüge und auch freundliche Arbeiter der Brigaden waren wegen der großen Mengen Schnee und des Schneetreibens vollkommen machtlos. Die Dampfmaschinen auf den Strecken waren vom Schnee zugeschüttet. Die Arbeiten der Frühlings-Aussaat begannen nach dem 20. April. Bei folgendem schönen Wetter konnte die Aussaat beschleunigt werden. Das Getreide war bis Ende April ausgesät. Den ganzen Frühling und Sommer regnete es nicht. Infolge der großen Trockenheit war die Ernte der Futterpflanzen sehr ungenügend. Die Wiesen und der Klee waren stellenweise vertrocknet. Der Mangel an Futter begann schon vor Weihnachten. Wenn es auch das ganze Jahr sehr trocken war, war die Ernte gut. In kurzer Zeit war abgeerntet, da das Getreide in nur einer Woche vollständig ausreifte. Das Stroh, insbesondere das vom Frühjahr war sehr wenig. Am 23. Dezember entlud sich ein Gewitter über der ganzen Gegend mit einem Orkan. Blitze kreuzten das Firmament. Die Temperatur erreichte 8 Grad Cel. Der erste Schnee fiel in der Nacht des 21. Oktober. Das war die erste Nässe seit dem Schnee im Frühling. Dieser taute aber bald weg und das Wetter in den Monaten November und Dezember war besonders warm. Ein Sturm vor Weihnachten verursachte große Schäden in den Wäldern, wo er eine Unmenge Bäume entwurzelte. In diesem Jahr wurde am 10. März ein Freundschaftsvertrag mit Polen abgeschlossen. Am 11. Dezember wurde ein Handelsvertrag für die Lieferung von Getreide mit der UDSSR (Sowjet-Union) abgeschlossen, mit dem die Ernährungs-Krise in unserem Vaterland gebannt werden sollte. Infolge der großen Trockenheit und der mangelhaften Ernten drohte in der Versorgung der Einwohner ein Mangel an Lebensmitteln. Das Landwirtschafts-Ministerium gewährte den Landwirten eine Aushilfe auf die Mißernte dieses Jahres. Es verstärkte die Aushilfen weiterer Wirtschaftszweige und für alle Ansiedler. Einige Landwirte nützten die Mißernte zu ihrer Bereicherung aus. Sie verkauften, statt abzuliefern, zu überhöhten Preisen auf dem schwarzen Markt. Unser Vorsitzender der KSCS (Kommunistische Partei) Navara Vaclav nützte den Mangel aus und verkaufte aus seinem Bauerngut Nr. 4 - 20 Zentner Weizen. Er wurde bei der Überführung ergriffen und in unserer Gemeinde zur Warnung mit einer Geldstrafe belegt. Die CSR-Regierung würde bei Ablieferungsverpflichtungen Zuschläge in bedeutender Höhe erheben. Dieses Jahr machte uns klar, dass es nötig ist in gemeinschaftlichem Wirtschaften Fortschritte zu machen, egoistische Interessen zur Bereicherung Einzelner, wenn nötig auch streng zu verurteilen und mit Geldstrafen zu belegen.
1 9 4 8 In diesem Jahr sollte es möglich sein, den tatsächlichen Erbauer unserer Gemeinde zu benennen. Die Ereignisse des Februars verstärkten das Bewusstsein aller siedelnden Bewohner und waren den Werktätigen, sowohl in unserer Gemeinde, als auch im Kreis Freudenthal ein Ansporn. Nach den Februartagen wurde beschlossen, mit Zustimmung aller Siedler, einen örtlichen Nationalausschuss zu gründen und zu wählen. Als neuer erster Vorsitzender wurde Navara Vaclav am Bauerngut Nr. 4 gewählt. Es ist erforderlich, sich an die an unsere Republik gewährte Hilfe der SSSR (Sowjetunion) zu erinnern. Allein die Getreidelieferungen aus der Sowjetunion (SSSR) schützen unser ganzes Vaterland vor einer großen Krise, welche auszubrechen drohte, um den Aufbau der neuen CS-Republik zu zerstören. Durch die umsichtige Führung des damaligen Ministerpräsidenten Klement Gottwald, durch seine persönliche Fahrt nach Moskau und seine direkte Verhandlung mit Generalissimus Stalin. Er erzielte und beschleunigte die Getreidelieferungen, sowie nötige lebenswichtige Bedürfnisse zur Versorgung der Werktätigen. Die Versorgungsmängel bedrohten schon die ganze Entwicklung der Republik. Es war einzig gedankenlos nicht zu glauben, wie kritisch die Versorgungssituation schon war. So wie bei der damaligen Zersetzung der einstigen reaktionären Parteien, rechneten sie mit den schweren Tagen und der Ergreifung der Staatsmacht in ihre spekulativen Hände, sowie der erneuten Auferstehung der kapitalistischen Macht, zur Schande aller Werktätigen. Durch den Haß der reaktionären Minister wurden die Minister der KSCS (Kommunistische Partei) von der Regierung mit Verweisen belegt. Das von Duris geleitete Landwirtschafts-Ministerium rief im Februar einen Kongress der landwirtschaftlichen Kommission des ganzen Staates ein, wo eine vollständige Befreiung von Ausbeutung, Wegnahme der Böden der Grundbesitzer und die Rückgabe derselben an die Werktätigen gefordert wurde. Der Vorsitzende des Rates der Gewerkschaft Anton Zapotocky rief einen ganzstaatlichen Kongress der örtlichen, der Kreis-, sowie der Länder-Gewerkschaften zur Verteidigung der Rechte der Werktätigen nach Prag ein. Die Krise führte zum Gipfel. Der Führer der national-sozialen Partei Dr. Zenkl, bedrohte schon direkt die einträchtige Regierungspartei. Mit der Vereinigung der national-sozialen und der Volkspartei, wollte er den Volksparteien einen Schlag versetzen. Mit der Anlehnung an die Minister und an die Führung der sozialdemokratischen Partei hatte Zenkl die Mehrheit zum Ziel und durch den Austritt all dieser verräterischen Minister aus der Regierung, hoffte er den ganzen Ablauf der staatlichen Macht zu verblüffen und die Regierung zu ergreifen. Schwere Tage und Nächte lagen auf der Partei der Werktätigen der KSCS (kommunistischen Partei). Der Leiter der Partei Gottwald handelte mit seiner treuen Art, so dass sich die Situation aufhellte. Er brachte die Erneuerung in der ganzen Republik und Beruhigung in der Bewohnerschaft. An der Stelle einer Katastrophe wurde eine neue Regierung in den Sattel gehoben in Treue zu seinem Volke, so dass die gesamte Gewalt dahin zurückkehrte, wohin sie gehörte. Mit der Flucht der verräterischen Minister über die Grenzen unseres Vaterlandes, mit allen ihrer Helfershelfer, wurde die Ruhe unseres Lebens und der weitere Aufbau in unserer Republik entschieden. Nach diesen Tagen begann die Reinigung von den verräterischen Elementen in den staatlichen und völkischen Betrieben und Ämtern, sowie bei den Leitern an wichtigen Plätzen der Wirtschaft. Die Führung wurde überall den Zuverlässigen und Gewissenhaften übertragen. Die gegründeten Orts-Aktions-Komitees griffen überall da ein, wo es nötig war, was überall zu einer ruhigen Entwicklung und richtigem wirtschaftlichem Ablauf, sowie zur Weiterentwicklung führte. In unserer Gemeinde führte das gebildete Orts-Aktions-Komitee unter dem Vorsitz von Navara Vaclav zu einem frischen politischen Leben. Die örtliche Organisation der KSCS (Kommunistische Partei) bestand aus 37 Mitgliedern. Neu siedelte sich Vecerka Anton auf Nr. 60 an. Für den Aussiedler Hanak siedelte Nejezchleba Frantisek auf Nr. 40. In diesem Jahr hatte unsere Gemeinde 143 Einwohner. Es wurden 7 Kinder geboren. Die Volksschule wurde eröffnet und der Unterricht begann nach den Februartagen. Es besuchten ..... Schüler die Schule. Der erste Lehrer Mekyska Vaclav, ein sehr opferwilliger Mensch, eröffnete überall ein neues Leben. Er führte kulturelle Unternehmungen ein und belebte sie. Er erweckte die ganze Gemeinde zu aufopferndem Aufbau. Durch Selbsthilfe aller Bewohner wurde das Schulgebäude instandgesetzt unter Beihilfe von Baubetrieben. An dem alten Gebäude wurden die Decken aus Holzbalken beseitigt und durch neue Decken ersetzt. Die ganze Schule wurde zum Stolze der ganzen Gemeinde instandgesetzt. Im Vertrauen aller Einwohner wurde der Lehrer Mekyska zum Sekretär unserer Gemeinde gewählt. Durch sein Bemühen wurde mit der Instandsetzung des Kulturhauses und dem Anbau zum Gebäude der neuen Kanzlei für den Orts-National-Ausschuss (MNV) begonnen. Die Brigade der Soldaten aus Freudenthal verbrachten die Weihnachtsferien in Podlesi und beendigten die innere Instandsetzung des Kulturhauses. Das Gemeinschaftsleben war sehr belebt, die Siedler waren und fühlten sich zufrieden. Bei den Maiwahlen, die in unserer Gemeinde durchgeführt wurden, erhielt die Partei der nationalen Front KSCS 72 Stimmen abgegebene weiße Listen 2 Stimmen. Der Frühling begann mit zeitiger Feldarbeit und schönem, sonnigem Wetter, was eine frühe Saat des Sommergetreides ermöglichte. Die Hackfrüchte wurden dieses Jahr im Mai verpflanzt. Der Außenminister Jan Msaryk beendete sein Leben im Tscherninschen Palast in Prag. Der kränkliche Präsident der Republik Dr. Benes ging in die Zurückgezogenheit und starb bald. Es wurde ein neuer Präsident gewählt. Der erste Arbeiter-Präsident wurde Klement Gottwald. Als Vorsitzender der Regierung wurde Zapotocky Antonin gewählt und der ganze Aufbau in unserer Republik erlangte einen schnelleren Gang. Elemente, die die neue Entwicklung bremsen und das ruhige Leben der Arbeitenden unmöglich machen wollten, gab es nicht mehr. Die Heuernte war gut und der Futter-Vorrat, der für die ganze Winters- und Frühjahrszeit aufbewahrt wurde, ausreichend. Die Zucht und die Bestände des Viehs wurden gesteigert und verbessert. Der Schnitt ergab eine reiche und schöne Ernte. Die Siedler waren dieses Jahr übermäßig zufrieden. Die Ablieferungen wurden bei allen Landwirten in Podlesi zu 100% erfüllt. Der zeitige Herbst war aber sehr regnerisch und der erste Schnee am 26. Oktober kündigte an, daß die Regierung des Winters im Anmarsch war. Weiteres regnerisches Matschwetter mit Schnee machte schon die Feldarbeit unmöglich. Der Gemeindehaushalt wies Einnahmen von .......... Kcs und Ausgaben von .......... Kcs aus. Die Bienenzüchter hatten Mühe, die jedoch mit einem sehr guten Ertrag an Honig belohnt wurde und sie waren zufrieden. Die Ablieferung an Honig wurde erfüllt. Wir können daher dieses Jahr mit der Erwähnung abschließen, dass alle in unserer Gemeinde mit dem wirtschaftlichen Ergebnis zufrieden waren. Mit neuen Hoffnungen erwarten sie die folgenden Tage. Der Winter war mäßiger und der gefallene Schnee war bald durch den durstigen Boden ganz aufgezehrt, infolge des vergangenen trockenen Jahres. Am ersten Sonntag im Monat Oktober erfasste ein Brand das Gehöft Nr. 1, welches abbrannte und nicht mehr aufgebaut wurde.
1 9 4 9 Mit dem ersten Frühjahresplan von Gottwald begann das Jahr 1949. Der Vorsitzende des MNV (Orts-Nationalausschuß) war Navara Vaclav. Vorsitzender der örtlichen Organisation der KSCS (Kommunistische Partei) war Komarek Josef und der Vorsitzende des örtlichen Aktions-Ausschusses Kucera Frantisek. Der Rat des MNV (Orts-Nationalausschuss) hielt 14-tägige Versammlungen ab. Die Mitglieder besuchten die Versammlungen des Rates ausreichend. Die Siedler versetzten sich gerne in die Planwirtschaft und bei ihnen zeigte sich ein größeres Interesse für die gemeinsamen Dinge in unserer Gemeinde. Die Mitglieder der KSCS (Kommunistische Partei) erfüllten ihre Pflichten zufriedenstellend. Das lebhafte Interesse ging um die gemeinsame Planwirtschaft mit der Durchführung der Feldarbeiten in Gruppen. Der Gemeinde-Kataster besteht aus 781,56 ha, von denen 171,78 ha Ackerböden auf 147 ha Ackerflächen abgeändert wurden. Der vermessene Rest wurde auf Weiden und Wiesen, gemäß des tatsächlichen Bestandes ausgetauscht. Der vermessene Bestand der Weiden und Wiesen ist also um 24,78 ha erhöht worden. In diesem Jahr wurde vom Kreis die Errichtung der Kreise verwirklicht. Die Gemeinde Podlesi, im Kreis Freudenthal, fiel in Abänderung zum Olmützer Kreis. Die Wirtschaft der Gemeinde wies einen Haushalt an Einnahmen von .......... Kcs und an Ausgaben von .......... Kcs aus. In der Gemeinde wurde eine Beihilfe für den Sekretär, den Lehrer Mekyska eingeführt, als rechtmäßiger Wirtschafts-Etat, was anerkannt wird und was unter den Siedlern für die Wirtschaftsbauten nötigen Instandsetzungen von Interesse ist. Die Monate Januar und Februar waren sehr reich an Schneeverwehungen. Während des ganzen Monats Februar machten die Verwehungen die Verbindung nach Freudenthal unmöglich. Örtlich war der Schnee über 2 m aufgeschichtet und die Straßen waren nicht befahrbar. Der Frühling hat spät begonnen, gegen Ende des Monats April wurde mit der Saat begonnen. Aber häufiger Regen und Regenschauer mit Schnee vermischt machten die Aussaat des Sommergetreides unmöglich. Der größte Teil der Saat kam erst im Mai in die feuchten Böden. Die Kartoffeln wurden im Juni gelegt. Der Flachs wurde im Juni gesät. Diese verspätete Aussaat des Sommergetreides und anderer Produkte hatte einen unguten Einfluss auf die Ernte und das Ergebnis der Bewirtschaftung. Die Heuernte begann in der Hälfte des Monats Juni und zog sich bis in die Erntezeit hin. Flachs erntete man genug, aber die Eigenschaften des Futters waren schlecht wegen der häufig schwächeren, aber schädlichen Regenschauer, zur Zeit des Abräumens. Die Getreideernte war dieses Jahr gut. Die Ernte begann im Monat August und bei trockenem Wetter war sie bald beendet. Die Kartoffelernte brachte eine geringe Menge bei den meisten Bauern. Die Getreideablieferung wurde erfüllt. Allerdings war die Ablieferung bei Kartoffeln schlecht erfüllt und sie wurde bei manchen landwirtschaftlichen Siedlern reichlich hart, über die ungenügenden Vorräte hinaus, eingetrieben. Dieses Jahr blieben den meisten siedelnden Bauern, nach den erfüllten Ablieferungen, nur sehr geringe Vorräte. Mit Besorgnis erwarteten die Bauern das nächste Jahr. Der Bezirks-Nationalausschuss in Freudenthal, zeigte das ganze Jahr wenig Verständnis für die siedelnden Einwohner. Die irgendwann auszuführenden nötigen Angelegenheiten dauerten lange Zeit und blieben ergebnislos. Der nationale Bezirksausschuss in Olmütz konnte sich bisher nicht in seine führende Einwirkung versetzen. Er versteht sie nicht und hat kein Interesse an den nötigen Regelungen der wirtschaftlichen und finanziellen Grundlagen der wirtschaftenden Bauern. Er ist vollständig ohne Interesse. Die meisten unserer Siedler stammen aus sozial und finanziell schwachen Arbeiterschichten. Das Bewusstsein für derartige Aufgaben, wie diese neuen Einrichtungen und das neue Wirtschaften es erfordern, ist ungenügend vorhanden. Es beginnt sich Interesse für gemeinschaftliche Bewirtschaftung bemerkbar zu machen, wie sie in den umliegenden Dörfern entwickelt wird, zur landwirtschaftlichen Einheitsgenossenschaft (LPG). Jedoch kommt aus unserem Kreis-Nationalausschuss nicht die nötige Kraft und ordentliche Erleuchtung, wie die Bewirtschaftung richtig gelenkt und vorbereitet wird, um die JZD (landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft (LPG)) in unserer Gemeinde zu gründen. Es ist daher erforderlich und notwendig, dass sowohl der Kreis-National-Ausschuss, als auch der Bezirks-Nationalausschuss mehr Interesse äußern würde und besonders in unseren landwirtschaftlichen Bereichen, sowie in allen landwirtschaftlichen Tätigkeiten entgegenkommen würde. Beim Bezirksausschuss der KSCS (Kommunistische Partei) wurde der Gipfel der Unordnung in einem solchen Grade erreicht, dass das Zentral-Komitee der KSCS (Kommunistische tschechoslowakische Partei) in Prag eingreifen musste. Der Vorsitzende der Partei Zuzauak wurde von allen Funktionen enthoben und der Kreis-Sekretär Stavinoha für eine lange Reihe von Jahren zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Unter Beihilfe des leitenden Lehrers Mekyska nützte die Schuljugend gut die Unterrichtsstunden aus. Sie zeigte auch Interesse bei guter Führung an dem neuen Leben, wie wir es erreichten. Es wird in allem zur Tätigkeit angeleitet, daher müssen auch wir mehr Interesse für die Schule äußern, welche die Grundlage für das Leben unserer hoffnungsvollen Kinder ist. Lasst uns mehr den Schulunterricht achten, lasst uns sich in das neue volksdemokratische Leben hineinversetzen und dies lasst uns überall vollbringen. Lassen wir die kleinlichen persönlichen Interessen und richten wir unser Augenmerk auf unser aller Leben. Einzig so werden wir bessere und schönere, uns allen nötige ruhige Zeiten erlangen. In der Gemeinde waren dieses Jahr 140 Einwohner. Es wurden 3 Kinder geboren. Das kulturelle Leben war über das ganze Jahr sehr lebendig. Überall war im Vordergrund das Interesse des leitenden Mekyska an allem Neuen und Nützlichen zu sehen. Das Kulturhaus wurde renoviert und angepasst durch freiwillige Arbeit und beschleunigt zur Fertigstellung der vollständigen Instandsetzung. Der 1. Mai wurde durch eine Fahrt nach Freudenthal gefeiert, wo der Feiertag durch die Arbeitenden aus dem ganzen Kreis gemeinsam gefeiert wurde. Die würdige Kundgebung ruft zur Beruhigung in unserem Vaterland auf. In Ansprachen einiger fahrender Abgeordneter wird Licht und Schatten unseres weiteren Weges, sowohl des politischen, als auch wirtschaftlichen, in unserem ganzen Leben aufgezeigt. Die Waldarbeiter beim Tschechoslowakischen Staatswald, veranstalteten ein Sommerfest in der Natur, welches einen großen Erfolg aufwies. Am 7. November, zur großen Revolution, wurde eine Feier in gemeinsamer öffentlicher Versammlung der Bewohner und Schuljugend veranstaltet. Der Geburtstag des Marschalls der SSSR (Sowjetunion) J.V. Stalin wurde würdig bei uns und auf der ganzen Welt gefeiert. Denn die SSSR mit ihrem Führer ist das Bollwerk der Ruhe und des Friedens aller Arbeitenden in allen Ländern der Erde. Wir beenden dieses Jahr mit den Wünschen, dass die Siedler auch weiterhin mehr zufrieden und finanziell sicher sein mögen im neuen Heimatland. Es möge die eigene Arbeit derartige Lebensbedingungen schaffen, welche Ihnen eine ruhige Entwicklung und eine sichere Zukunft, mit glücklichem Aufbau eines neuen eigenen und gemeinsamen Heimatlandes ermöglicht.
1 9 5 0 Das Jahr begann mit dem zweiten Jahr des ersten Frühjahrsplans. Dies ist ein weiterer Schritt mit dem Ziel zu einer besseren Entwicklung, sowohl in unserem Dorf, als auch im Kreis und Land. Neue Richtungen des Lebens beginnen eine neue Gemeinschaft in unserem Leben zu bilden. All unser Wirtschaften ruft nach gemeinsamer Führung, nach besserer Ausnutzung der Arbeitszeiten und nach leichterer Bewältigung dieser schweren Aufgaben in unserem Vaterland. Unsere Gemeinde hatte zu Beginn des Jahres 134 Einwohner. Es wurden 5 Kinder geboren. Es starb 1 Einwohner. Unter Mithilfe des Vorsitzenden des MNV (Orts-National-Ausschuss) Navara Vaclav, des Vorsitzenden des MAVNF (?) Komarek und dem Verständnis der Siedler, wurde am 19. März dieses Jahres die Landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft Typ I gegründet. Mit dem Eintritt von 23 Mitgliedern in gemeinschaftliche Bewirtschaftung, begann ein neues Leben. Als Vorsitzender wurde Navara Vaclav gewählt. Das Leben bildete sich mit schnellem Lauf zur neuen Bewirtschaftung, so dass schon wie bei der Genossenschaft Typ III die Ernte gemeinschaftlich durchgeführt wurde. Mit Unterstützung des Bezirks-National-Ausschusses in Olmütz und der Beihilfe des Landwirtschafts-Ministeriums wurde die landwirtschaftliche technische Ausstattung der Grundstücke in der Gemeinde Podlesi durchgeführt. Berghänge und zum Getreideanbau ungeeignete Grundstücke wurden im Ausmaß von 7 ha als Obstgärten bepflanzt. Es wurden über 1.200 Obstbäume gesetzt. Der Bezirks-National-Ausschuss in Olmütz belohnte die aufopfernde Arbeit, sowohl den Mitgliedern der Landwirtschaftlichen Einheitsgenossenschaft, als auch den Siedlern - denn sie hatten die Anlagen gemeinsam durchgeführt - durch Gewährung eines Beitrags von 30.000 Kcs zu dieser Investition. Die Errichtung eines geeigneten Stalls für die gemeinsame Stallhaltung des Viehs wurde in Nr. 9 bei Komarek geschaffen. Das Vieh wurde am 1. Juni 1950 in diesen eingerichteten Stall eingeführt. Der mit Arbeit überlastete Schulleiter Mekyska erkrankte. Im neuen Schuljahr, vom 1. September an, wurde Polasek Josef als zweiter Leiter unserer Schule eingeführt. Dieser aber unterließ es gemeinsame Arbeiten durchzuführen und er konnte sich nicht mit den Leuten eingewöhnen. Er entfremdete sich mit den Siedlern, besonders mit der örtlichen Führung, sowohl im politischen als auch wirtschaftlichen Leben. Im September wurde eine Änderung im örtlichen National-Ausschuss durchgeführt. Der zum neuen Vorsitzenden gewählte Klimes Miroslav, Angestellter der CSSL (Tschechoslowakische Staatswälder), der weiter ohne örtlichen Sekretär arbeitete, vertrat alle Funktionen. Es entstand an der Leitung der Gemeinde und bei den siedelnden Einwohnern Interessenlosigkeit. Die Feier zum 1. Mai wurde gemeinschaftlich in Freudenthal abgehalten. Die Teilnahme mit alegorischen Wagen war von unserer Gemeinde gut. Die ganze Feier ertönte mit gewaltigen Manifestationen aller arbeitenden Menschen zur Bewahrung des Friedens und zum Aufbau unserer Republik. Im Monat August wurde ein Sommerfest mit den elterlichen Genossenschaften aus der ganzen Umgebung veranstaltet. Die Beteiligung aus dem ganzen Kreis war eine Aufmunterung zur weiteren Aufbauarbeit in unserer Gemeinde Podlesi. Der Reinertrag wurde der Volksschule gewidmet. Die landwirtschaftlichen Bedingungen waren dieses Jahr ungünstig, daher hatten die Privatwirtschafter, sowie die Landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft erschwerte Aufgaben über das ganze Jahr, um alle Arbeiten zu bewältigen. Der Frühling begann gegen Ende des Monats April. Bei häufigen Regenschauern schleppte sich die Aussaat des Sommergetreides dahin, dass sie erst im Monat Mai beendet wurde. Das kühle und feuchte Wetter hatte auf das Einbringen der Heuernte einen ungünstigen Einfluss, denn die Qualität des geernteten Futters war minderwertig. Die Ernte zog sich infolge von Regenschauern hin und wurde im Monat September beendet. Die Ernte war sehr schwach und das Getreide von schlechter Qualität. Die Aberntung war sehr schwer und mit großem Aufwand und Anspannung aller Kräfte der Arbeitenden verbunden. Dieser Herbst war regnerisch und kalt. Ackergespanne und Traktoren blieben im schlammigen und aufgeweichten Boden stecken. Die Kartoffeln waren sehr schwer zu ernten. Die LPG (Landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft) legte den Streit über alle Schwierigkeiten bei und man beendete die Feldarbeit in guter Wettbewerbs-Ordnung. Bei der Teilnahme des Kreises und des Bezirks an einem Wettbewerb, wurde der Bezirks-National-Ausschuss sehr fair platiert und mit einer Zuchtkuh belohnt. Der Umbau eines Kuhstalls und der Bau einer Geflügelfarm für 500 Legehennen wurde durchgeführt. Dieses Jahr gab es in der Siedlung keine Veränderungen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse beruhigten sich. Die vorgeschriebenen Ablieferungen wurden im Bewusstsein unserer Siedler über 100% erfüllt. Unser aller Bestreben war es in diesem Jahr, jegliche Arbeit, sowohl die landwirtschaftliche, als auch die kulturelle, die volksbildende und politische, sowie die Verbesserung der finanziellen Bedingungen, auf ein besseres Leben der Siedler auszurichten. Allein wird ehrliche, zielbewusste Arbeit unseren Siedlern ein besseres und glücklicheres Leben in unserem neuen Dorf bringen. Die LPG (Landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft) wurde mit folgenden Mitgliedern gegründet: Navara Vaclav, Vodicka Josef, Stepanek Karl, Komarek Josef, Komarek Jaroslav, Novak Rudolf, Zemanek Antonin, Sottel Jan, Stefka Rudolf, Komupkova Marie, Janurova Zusana, Vcerkova Nejezchleba Maslou, Klimes Miroslav. Alle Mitglieder arbeiteten dieses Jahr schöpferisch, daher waren die Erfolge gut.
1 9 5 1 Die vorausgehenden Jahre waren voller strebsamer und schöpferischer Arbeit. Dieses Jahr hat man mit der neuen Hoffnung begonnen, dass es in Zukunft besser sein werde. Leider Gottes war dieses Jahr unangenehm für alle Siedler in Podlesi. Vorsitzender des Orts-National-Ausschusses war auch dieses Jahr Klimes Miroslav, Beschäftigter des Tschechoslowakischen-Staatswaldes. In der UJZD (Lehrer-Genossenschaft) wurde als neuer Vorsitzender Danek Stanislav gewählt. Dieser neue Lehrer konnte sich mit den siedelnden Einwohnern nicht einleben. Er ging weg und wurde mit einem neuen - schon dem 3. Schulleiter Zboril Zdenek ausgetauscht. Dieser aber hatte für die siedelnden Einwohner kein Verständnis. Er konnte den Arbeitenden keine geistige Kraft einflößen, daher gab es weder Erfolge, noch weiteren Mut zum neuen Aufbau in der Gemeinde. Der Haushalt des Orts-National-Ausschusses wies Einnahmen von .......... Kcs und Ausgaben von .......... Kcs aus.
In der Gemeinde waren 137 Einwohner, geboren wurden 4 Kinder. Die Bewirtschaftung des Orts-National-Ausschusses in der Gemeinde erfüllte ihre Sendung und es ist möglich sie bis jetzt erfolgreich zu nennen. Der Frühling hat später begonnen. Die Saat des Sommergetreides verspätete sich. Winterliche Nässe gab es nicht, denn die Winterszeit war arm an nötiger Feuchtigkeit - Schnee. Erst bei der Frühjahrsaussaat wurde durch Regen mit Schnee die Feldarbeit unterbrochen. Die Kartoffeln wurden wegen ständiger Regenschauer bis in den Monat Juni gelegt. Die Heuernte war gut. Sie verspätete sich aber durch Regenschauer, welche den Mangel winterlicher Schneefeuchte ersetzten. Die Getreideernte war zufriedenstellend. Bei den Kartoffeln aber wurden ungenügende Mengen geerntet und die Ablieferungen wurden nicht erfüllt. Die Getreideablieferungen wurden aber zu 100 % erfüllt. Der Siedler Vodicka auf Nr. 2 ging weg und überließ die ganze Bewirtschaftung der Ehefrau, welche ungenügend ist, dadurch werden die Ablieferungen nicht erfüllt und sie fällt der Gemeinde zur Last. Kokas Peter auf Nr. 10, Mitglied der LPG ist verstorben. Als Regelung der Versorgung der Einwohnerschaft wurde die Ausgabe von Lebensmittelkarten für Mitglieder der LPG und gleichzeitig für landwirtschaftliche Personen, mit mehr als 2 ha betragenden Böden, eingestellt. Infolge dieser Regelung traten einige Mitglieder aus der LPG aus. Sottl Jan, Janurova Zusana, Konupkova und Vecerkova, die keine Böden hatten, aber gute Arbeitende waren. Die LPG begann auf den vergangenen Lorbeeren einzuschlafen. Es kam zu Nichteinfahren von allem Heu und zur Nachlässigkeit der Mitglieder. Die Bewirtschaftung war weiterhin ein finanzieller Verlust. Es konnten nicht alle Erfordernisse gemäß abgemachter und zeitlich angenommener Bedingungen gedeckt werden, daher kam es zum Überdruss bei der Mitgliedschaft. Lauheit bei der Ausführung weiterer Arbeiten brachte neue Schwierigkeiten, diese vergrößerten dann die finanziellen Verluste. Das Vereins- und politische Leben wird vernachlässigt und das Bewusstsein der Siedler wird wankelmütig. Es verleidet weitere Unternehmungen und es ist als würde sich alles zum Einschlafen vorbereiten. Vergangene Lorbeeren werden angestrebt, aber gute schöpferische Arbeiten werden unterlassen. Weitere Kraft wird nicht erbracht. Im politischen Leben unserer führenden Partei KSCS (Kommunistische Partei) ist in der staatlichen Führung eine große Veränderung eingetreten. Der Präsident Klement Gottwald enthüllte bei der führenden Partei reaktionäre Ziele der führenden Gruppierung unter Stransky und Genossen. Der führende Sekretär Stransky und seine Genossen Severmora, Schling und andere wurden sichergestellt. Es wurde ihnen unmöglich gemacht, weiterhin gewaltsame Wechsel mit dem Ziel durchzuführen, Diktaturen in der Tschechoslowakischen Republik auf dem Thron zu heben.
1 9 5 2 Dieses Jahr ist das 4. Jahr des Frühjahresplans. Der Orts-National-Ausschuss unter dem Vorsitz von Klimes Miroslav führte die nötige Anschaffung zur Sicherstellung eines ordentlichen Ablaufs der Gemeinde-Bewirtschaftung aus. Der Gemeindehaushalt wies Einnahmen von .......... Kcs und Ausgaben von .......... Kcs aus. Dieses Jahr ist ein neuer Sekretär Netetz Jindrich eingetreten, der sich aber an die gesteckten Aufgaben nicht festhielt und am Ende des Jahres aus dem Sekretärsamt ausschied. Er siedelte sich in Podlesi als neuer Einwohner an. Beim Aufbau der LPG (Landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft) kämpfte man mit schweren, sowie wirtschaftlichen als auch arbeitsmäßigen und finanziellen Belastungen. Beim Siedler Danek Stanislav auf Nr. 5 wurde ein Tausch des Bauerngutes durchgeführt. Er siedelte nach Würbenthal um und es siedelte sich Dolezel an. Die Verrechnung von Arbeits-Einsatzgruppen durchgeführter Arbeiten, wurde nicht richtig durchgeführt. Den unentgeltlich Arbeitenden wurde bei der Auszahlung nicht unter die Arme gegriffen. Beschwerden, die nach Angaben ausgestellter Belege geführt wurden, waren nach endgültiger Verrechnung des Kulturhauses berechtigt. Weil dem Vorsitzenden des Orts-National-Ausschusses Klimes die Arbeit der Gemeinde-Bewirtschaftung überdrüssig wurde, zog er aus und an seine Stelle des Vorsitzes wurde sein neuer Nachfolger Dvorak gewählt. Er war Beschäftigter der Waldverwaltung in Podlesi, der mit Mut und nötiger neuer Überlegung die so schwere Stellung des Vorsitzenden des Orts-National-Ausschusses aufnahm. Die LPG machte eine sehr schwere Zeit durch. Sie verlor 20 Mitglieder durch Austritt. Im August brannte der genossenschaftliche Stall ab. Die so schwer erarbeiteten und gelagerten Futtervorräte wurden vollständig vernichtet. Die noch verbleibenden Mitglieder der LPG kämpften direkt um die Erhaltung der Genossenschaft und ihre Bewirtschaftung. Der Umbau des abgebrannten Stalls erforderte jedwede Zeit. Die Arbeitszeit erschöpfte die letzten Kräfte, Lust und Mut der Mitglieder. Trotz aller Schwierigkeiten wird der Stall zum Winter fertiggestellt, sowie vollständig eingerichtet sein und ..... Kcs kosten. Die Feuerwehr unserer Gemeinde ist zur Verteidigung bei entstandenen Bränden genügend ausgerüstet. Die Anzahl der Mitglieder ist ausreichend. Das Depotgebäude entspricht den Brandzwecken und ist in gutem Zustand. Der Stand unserer Kultur - unser Kulturhaus erweckt jedoch mit seinen Regelungen einen ungünstigen Eindruck auf die Einwohner und Urlauber. Es ist höchst notwendig alles so zu regeln, dass die kulturelle und völkische Tätigkeit besser durchgeführt werden könnte und die jungen Siedler stärker zur Tätigkeit angeregt würden. Das öffentliche Leben in unserer Gemeinde ist armselig. Es wird von nirgendwo her gestärkt und angenehm gemacht, weder durch Filme noch andere volksbildende oder kulturelle Tätigkeiten. Schulunterricht gibt es in unserer Gemeinde nicht, obwohl die Schule ausgestattet ist. Die Kinder müssen nach Lichtewerden gehen, was für sie sehr anstrengend ist. Unser Wunsch ist es, dass die Schule im nächsten Jahr von neuem eröffnet und der Unterricht anfangen würde. Ethnographische Verhältnisse: In unserer Gemeinde wurden dieses Jahr 3 Kinder geboren. Es gibt bei uns ..... Männer und ..... Frauen. Die Jugend hat keine Führung, sie ist sich selbst überlassen, was nicht zum Vorteil der ganzen Jugendausbildung ist. Wir müssen alles daransetzen, damit die Schule im nächsten Jahr mit dem Unterricht anfangen könnte und mit einem Lehrer besetzt würde. Der wieder die ganze Entfaltung in unserer Gemeinde beleben würde und von neuem einen strebsamen Gang und ein neues gesellschaftliches Leben bringen würde. Die politische Betätigung ist bei uns sehr lau. Es gibt kein Bewusstsein über die Zugehörigkeit zu unserer Partei. Ihre Beschlüsse werden prinzipiell nicht erfüllt und durchgeführt. Nirgendwo gibt es Kräfte, welche neue Lust im neuen weiteren Leben und der sozialen Regelung bringen würden. Es gibt verschiedene soziale Notwendigkeiten. Bei den Angestellten der Werktätigen des Tschechoslowakischen Staatswaldes (CSSL) sind die Lebensbedingungen und sozialen Sicherungen mit bestimmten Einkommen erfasst. Bei den landwirtschaftlichen Siedlern auf den privaten Bauernhöfen und bei genossenschaftlichen Bewirtschaftungen wird nur unzulängliche das notwendigste für den Lebensunterhalt der Familien erbracht. Es gibt von uns kein Interesse an dem Orts-National-Ausschuss und auch nicht am Kreis-National-Ausschuss. Wir sind nur für die Beibehaltung unseres mangelhaften Lebenshorizonts, deshalb schlafen wir ein, werden gleichgültig und alltäglich. Es ist unmöglich unsere Gesundheitsbedürfnisse hinreichend zu benennen. Es wird keine Vorsorge getroffen, das Niedergerissene aufzuräumen. Überall werden Reste verschwendet und die Mißstände der gesundheitlichen Bedingungen vergrößert. Die landwirtschaftlichen Verhältnisse sind sehr unerfreulich. Der Zerfall der LPG trägt bei den privaten Landwirten nicht zur Freude bei. Leicht wird man vom Gegenteil überzeugt, wer aber ist schuld? Wir sind selbst schuld. Wir verlieren das Vertrauen an uns selbst und das ist die Folge der Gleichgültigkeit zu allem. So können wir niemals zu einer besseren wirtschaftlichen und finanziellen Situation kommen. Nur eine ehrliche, strebsame, konsequente und schöpferische Arbeit wird Nutzen und Stärkung der Familien, weiterhin aber in unserer ganzen Gemeinde bringen. Der Winter war dieses Jahr lang. Noch im Monat April lag eine Menge Schnee auf den Feldern. Die Frühlings-Säarbeiten begannen gegen Ende des Monats April. Gesät wurde das meiste bis in den Mai. Häufiger Regen machte die Beendigung der Feldarbeit unmöglich, denn der Boden war zu durchnässt und konnte nicht bearbeitet werden. Die Heueinbringung vor der Ernte und die Futterernte waren wegen des regnerischen Wetters von schlechter Qualität. Am 7., 8. und 9. Juni schädigten starke Fröste (-5 Grad Cel.) alle Früchte. Örtlich vernichteten sie die abgeblühten Bäume und eingepflanzten Früchte vollständig. Der Flachs litt sehr und wurde im Wachstum behindert. Die Ernteeinbringung war ungenügend. Regnerisches Wetter machte das Einfahren des Getreides unmöglich. Deshalb blieb bei der LPG viel Getreide ungeerntet. Die Konsequenz: - Finanzielle Verarmung bei den Mitgliedern und Mangel auch bei den Familien der arbeitenden landwirtschaftlichen Mitglieder. Das religiöse Leben wird in unserer Gemeinde unterlassen. Der Dekan Simek verließ die religiöse Seelsorge auch in unserer Gemeinde. Das hölzerne Kirchlein verfällt und von nirgendwo ist ein Schutz für seine Unterhaltung gegeben. Das gesellschaftliche Leben ist bei uns vollständig vernachlässigt. Die Jugend hat kein Verständnis für eine bessere gemeinschaftliche Tätigkeit, welche alle einander näher bringen würde und sie aus der Erstarrung zu besserem Interesse führen würde. Die Imkerei war dieses Jahr genug erschwert. In der Gemeinde gab es 27 Bienenvölker. Die Ablieferung des Honigs wurde zu 100% erfüllt. Infolge der Juni-Fröste sank der Ertrag; der Durchschnittsertrag erbrachte 6 kg Honig auf ein Bienenvolk. Die Ablieferung von Getreide, Kartoffeln und Milch wurde in unserer Gemeinde nicht vollständig erfüllt. Wahrscheinlich auch aus Mangel an Bewusstsein der Wirtschaftenden. Möge das nächste Jahr unseren Bewohnern und allen Siedlern in unserer Gemeinde, in der gemeinsamen Arbeit und in allem, einen besseren Erfolg bringen.
Übersetzung der Abkürzungen KSCS Kommunistische Partei der CS CSSR Tschechoslowakische sozialistische Republik JZD LPG Landwirtschaftliche Einheitsgenossenschaft Typ I, Typ III MNV Orts-National-Ausschuss ONV Kreis-National-Ausschuss KNV Bezirks-National-Ausschuss SSSR UDSSR Sowjetunion UJZD Lehrer-Genossenschaft MSK Örtl. Rechtskommission MAV Orts-Aktions-Kommitee CSSL Tschechoslowakischer Staatswald
Original-Übersetzung vom tschechischen ins deutsche, daher der schlechte deutsche Stil. Dr. Eduard Jahn
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