Herzland
– Europas 2004
Im Herzen
Europas
liegt blühend ein Land,
von Bergen erhöht
als Sudeten bekannt.
Von Böhmen
bis Mähren
durch Mythen geschmückt,
sind die Riesen der Berge
in Sagen entrückt.
Städte und Dörfer
sah ich einst stehn,
von Kaisern geeint
geborgen und schön.
Handwerk
und Handel
blühten Windrosen gleich,
in den Zünften und Künsten
meisterhaft reich.
Der Fleiß der
Menschen
bestellt Felder und Flur,
standen zu Freiheit in Frieden
durch Gebet und Kultur.
Heut’ darf
ich mich freuen
mit Herz und Verstand,
in der Einheit Europas
ich mein Heimatland fand.
E.F.F. Hannig
geb. in Frankstadt Kr. Mähr.
Schönberg/Sudetenland
Sudetenland
Aus dem Paradies wurden wir vertrieben
Wo man dereinst das Silber fand
und noch manches edle Erz.
Wo die schönste Fichte stand,
war ein Menschenschlag mit Herz
Wo der Keilberg, Stürmer grüßten,
weit ins ebne Land.
Da war unser Heimatort,
unser Heimatland.
Der Vogelbeerbaam steht auf der Höh,
dass man ihn weit hin leuchten seh.
Mit seinen roten Beeren,
lädt er die ganze Vogelschar
ein, ihn abzuleeren.
Dort wo Zinnwald liegt und Graupen
einen Blick zum Mückenberg,
drunt bei Eichwald-Tuppelburg,
liegt ein Fleckchen Gotteswerk.
In Dux und Brüx und Komotau,
fördert man im Tagebau,
schwarzes Gold zum Lichte.
Auch viel Orte trugen bei,
zum Leid und Weh in der Geschichte.
Eger Kulm und Klostergrab,
bekannt durch Kriegsbeginn und Schlachten.
Wo mancher Herrscher brach den Stab
und die Heere mussten schmachten.
Dem Wohl der Menschheit war´n geweiht-
Marienbad, Karsbad, Franzensbad,
Teplitz und Joachimstal.
Das manche Krankheit dort geheilt,
befreit der Mensch von Qual.
Vom Egerland zum Elbetal
gilt unser Augenmerk.
wo unser Elbestrom entspringt,
geht´s vorbei an Dörfer, ohne Zahl
wo deutsche Muttersprache klingt.
Noch weiter ostwärts reicht das Land-
die Städte Troppau, Neutitschein und
Freudenthal(*) reiht sich dort ein
und schlossen dieses Band.
Weit südwestlich reicht der Gau,
bis zum Bayerischen Wald.
Wo dunkler Tann, der Himmel blau,
der Wind pfeift eisig kalt.
Dort tief im Böhmerwald,
da liegt mein Heimatort.
Dies schöne Lied man heut noch singt,
wenns`s auch nach Drüben nicht mehr dringt.
Die deutschen Bürger, deren Handwerkstand,
brachten Blüte eins ins Land!
So ward Deutsch-Böhmen dann bekannt,
durch den Gebirgszug- die Sudeten-
nun mehr als Sudetenland!
Richard Schöbert Im Jahr des Herrn anno 1999
(*)
Einfügung in kursiv
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