Mein
Freudenthal
Liebe
Stadt, im Fichtenkranze,
hingeduckt und bergumsäumt,
prangst Du da im deutschen Glanze,
wo bei Arbeit keiner träumt,
wo die Tatkraft geht aufs Ganze,
und wo Frohsinn überschäumt:
Sei gegrüßt viel tausendmal,
Du, mein liebes Freudenthal!
Sahst
die Knappen Erze holen,
aus den Stollen rings im Land,
sahst die Scharren der Mongolen,
in Zerstörungswut entbrannt,
sahst die Köhler Meiler kohlen,
wie ihr Kirchlein still entstand:
Sei gegrüßt viel tausendmal,
Du, mein liebes Freudenthal!
Sahst
der Würben wackres Walten,
Luthers Lehre auferstehn,
sahst die deutschen Ritter schalten,
für des Städtchens Wohlergehen,
sahst der Völker Kriegsgestalten,
Seuch' und Hunger kommen, gehen:
Sei gegrüßt viel tausendmal,
Du, mein liebes Freudenthal!
Deiner
Bürger hohes Sinnen
war auf deutsches Recht bedacht,
Deiner Weber echtes Linnen
ist dem Weltmarkt überbracht,
für die Freudenthalerinnen
war schon manches Herz entfacht:
Sei gegrüßt viel tausendmal,
Du, mein liebes Freudenthal!
Fremde
Macht und freche Tücke,
Blutgespenst und Feindesgier,
bau’n vergeblich eine Brücke,
schöne deutsche Stadt, zu Dir!
Bleibe treu in Not, im Glücke
Deinem Volke für und für:
Sei gegrüßt, vieltausendmal,
Du, mein liebes Freudenthal!
von
Erwin Weiser
abgeschrieben
von Friedrich Nather, Heimatkreis Freudenthal / Altvater e. V., im Jahr des
Herrn 2002
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