Einweihungsgedicht II
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Der Altvater und sein Turm

Altvater nannten unsere Vorfahren den Berg um den sie gesiedelt waren.
Dort schufen sie Städte und Dörfer mit fleißiger Hand,
es war ein karges doch dankbares Land.
Die Menschen arbeiteten viel bei Tag und oft auch bei Nacht,
so hatten sie es zu etwas gebracht.

Des Sonntags oft die Wanderung ging
zu ihrem großen Berge hin.
Man traf sich von allen Seiten ein,
gegründet wurde auch ein Wanderverein.

Dieser baute zum Schutz sich den Turm - Habsburgwarte genannt,
dem Volke als Altvaterturm bekannt.
Er war weit zu sehen von vielen Orten,
so ist er unser Wahrzeichen geworden.

Wir mussten das Land verlassen, das traf uns ins Herz,
der Turm brach später zusammen zu unserem Schmerz.

In der neuen Heimat half uns kein Klagen,
wir müssten einen neuen Anfang wagen.
Zwar hofften wir immer noch auf die Rückkehr,
in der Heimat verfielen die Häuser aber immer mehr.

Hier fingen wir wieder von Vorne an
wie einst es unsere Vorfahren es getan;
bauten Häuser und Existenzen auf,
nahmen wieder harte Arbeit in Kauf.

Es wuchsen Siedlungen und Straßen mit der Heimatnamen,
vergessen wurde nicht das Land unserer Ahnen.
Die Heimattreffen sind gut organisiert,
jedes Haus ein Altvaterturm ziert.

Dass nun auch dieser neu ist entstanden,
haben wir Herrn Weese und vielen Spendern zu danken.
Auf dem Wetzstein hier das Ebenbild steht,
ich falte die Hände zum Gebet.

Auf den Tafeln in der Kapelle ist zur Mahnung zu lesen,
was unser Schicksal ist gewesen.
Denn wissen sollen es auch unsere Nachfahren,
wo wir einmal zu hause waren.

Im Jahr des Herrn anno 2004
Von Christine Stoll, geb. Sauer Arnsdorf Kr. Römerstadt Altvater, Hohenstein Hessen

Zur Erinnerung an die Einweihung am 28. und 29.08.2004, unser Wahrzeichen der Heimat, Mahnmal der Vertreibung und Begegnungsstätte der Versöhnung.