|
Grusswort
|
Grußwort
des Heimatkreisbetreuers
„Sindelfingen
- Würbenthal“ am 17. Juli 2005 50
Jahre sind in der Geschichte eines Volkes ein kurzer Abschnitt; sie können für
eine Volksgruppe jedoch auch Schicksal sein. Für
die Sudetendeutsche Volksgruppe sind die Jahre 1918-1938-1945 zum schweren
Schicksal geworden. Die Zerschlagung der k.u.k. Monarchie
Österreich-Ungarn 1918 (1526-1918): Schon der Slawenkongress 1848 in Prag
hat letztlich die Vertreibung gefordert. Dem zufolge sollten alle (x-Millionen)
Deutsche östlich der Isthmuslinie Triest – Stettin vertrieben werden. 1918 die Besetzung unserer Heimat: 20
Jahre Verweigerung des Selbstbestimmungsrechts. Der
04. März 1919: Bei einer friedlichen Demonstration für die Einforderung der
versprochenen, aber vorenthaltenen Selbstbestimmung wurde auf unbewaffnete
Frauen, Kinder und Greise geschossen; 54 Landsleute wurden dabei ermordet. Ein
ungesühntes Verbrechen. 1938: Abschluss des „Münchener
Abkommens“ und Abtrennung von der CSR, welche erst 1919 gegründet wurde und
die das Sudetenland mit seiner Bevölkerung gegen deren Willen und wider dem
versprochenen Selbstbestimmungsrecht zwangsweise eingegliedert hatte. Es sollte
das von 1919 begangene Unrecht an den Sudetendeutschen teilweise beseitigt und
aufgehoben werden. Es
ist nicht das „Münchner Abkommen“ und auch nicht der verlorene Zweite
Weltkrieg die Ursache der Vertreibung; die Fäden wurden schon viel früher
gesponnen. In der Broschüre von 1917 „Unser Staat und der Weltfrieden“ von
Eduard Benes und Dr. Kramar wird ausgeführt, dass sie sich „das deutsche
Reich als etwas vergrößertes Schwabenland, als deutsche Reservation“
vorstellten. Mit diesen umrissenen Forderungen ging die tschechische Delegation
zu den Friedensverhandlungen nach Paris. Das „Versailler Diktat“
(„Schanddiktat“) wurde beschlossen. 1945:
Unmenschliche und widerrechtliche Vertreibung der Deutschen aus dem deutschen
Osten und dem Sudetenland. Dank
des Wohlwollens und des einmütigen Beschlusses am 7. Juni 1955 des Stadtrates
der Stadt Sindelfingen wurde vor 50 Jahren von der Stadt Sindelfingen die Patenschaft für die
Stadt Würbenthal/Sudetenland
übernommen. Herzlichen Dank und Vergelt’s Gott der
Patenstadt Sindelfingen! Als
Kreisbetreuer des Heimatkreises Freudenthal/Altvater e.V., dazu gehört auch der
Gerichtsbezirk Würbenthal, mit den Dörfern Buchbergsthal mit Gabel, Einsiedel,
Karlsthal und Ludwigsthal, danke ich aus vollem Herzen für das uns
entgegengebrachte Vertrauen. Das ist uns Beweis für das Verständnis unseres
unablässigen Bemühens auf Selbstbestimmung und Verständigung. Diese
Feierstunde zeigt uns Heimatvertriebenen die unvergessliche Wertschätzung zu
unserer Patenstadt. Die H
e i m a t g l i e d e r u n g der
Landsmannschaft, die aus einem engen und weiteren Teilbereich der alten Heimat
(Gemeinde, Kreis u. Landschaft) stammenden Landsleute besteht, bringt durch die
Heimatgruppen, Heimattreffen und Heimatblätter unsere Landsleute einander
wieder näher und tritt der seelischen Vereinsamung entgegen. Mit den
Patenschaften wird das gleiche Ziel aus dem Kreise der Heimatvertriebenen heraus
erstrebt. Die Heimatvertriebenen aus einem engeren Bereich der alten Heimat
sollen damit eine möglichst enge geistig-seelische Beziehung mit den Bürgern
der alten und neuen Heimat schaffen. Diese Patenschaft gab uns
Heimatvertriebenen die Möglichkeit ein neues Netz von gesellschaftlichen,
geselligen und vielleicht auch verwandtschaftlichen Beziehungen zu knüpfen, die
uns die nötige Wärme, das Verständnis und den inneren Halt gaben und geben. Möge dies die Stadt Sindelfingen für weitere 50
Jahre und darüber hinaus seinem Patenkind angedeihen lassen. Eine gemeinsame
harmonische kulturelle Gestaltung dieser Patenschaft soll zum Segen beider Städte
und seiner Bürger werden. Wir Heimatvertriebene werden in diesen Bestrebungen
nicht nachlassen und uns der Ehre dieser Patenschaft würdig erweisen. Wir sagen Danke und Vergelt’s Gott! Überreichung der Friedrich Nather
Kreisbetreuer
Freudenthal/Altvater e. V. |