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Text der
Urkunde zu (Urkunde
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50 Jahre Schirmherrschaft
über die
Sudetendeutsche Volksgruppe
Auf dem fünften Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten 1954 in
München hat der Freistaat Bayern
die Schirmherrschaft über die Sudetendeutsche Volksgruppe übernommen.
50 Jahre später, auf dem 55.Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten
2004 in Nürnberg, erneuert und
bekräftigt der Freistaat Bayern diese Schirmherrschaft. Sie bleibt auch im
gemeinsamen Europa
dauerhafte Verpflichtung für die Staatsregierung.
Mit dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen
Union am 1. Mai 2004 erhält diese
Schirmherrschaft eine neue Qualität. Bayern, die neue Heimat, und Böhmen,
Mähren und
Schlesien, die alte Heimat der Sudetendeutschen, sind jetzt gemeinsam Teil der
Europäischen Union. Ein
gemeinsames Europa haben sich die deutschen Heimatvertriebenen in
ihrer Charta von 1950 zum Ziel gesetzt. An seiner Verwirklichung haben sie
mitgewirkt.
Was 1954 angesichts des Kalten Krieges, der ideologischen
Gegensätze und des Eisernen Vorhanges
in weiter Ferne schien, ist heute näher gerückt: Die Verständigung zwischen
Sudetendeutschen und Tschechen im Geist einer europäischen Kultur- und Wertegemeinschaft,
im Geist von Recht und Wahrheit, im Geist gegenseitiger guter
bayerischtschechischer Nachbarschaft.
Fortwirkendes Unrecht, das diesen Werten und diesem Geist entgegensteht,
muss im gemeinsamen Europa endlich überwunden werden. Das gemeinsame Europa
bietet uns am Beginn des 21. Jahrhunderts die Chance für ein neues Miteinander
von Sudetendeutschen und Tschechen, das im 20. Jahrhundert durch Krieg und
Vertreibung zerbrochen
ist. Bayern will diese Chance gemeinsam mit den Sudetendeutschen verantwortungsbewusst
nutzen.
In diesem Geist unterstützt die Bayerische Staatsregierung mit
neuer Zuversicht die Anliegen und
Bemühungen der Sudetendeutschen Volksgruppe um den Dialog mit der tschechischen
Seite und um die Heilung
der Wunden der Vertreibung.
Nürnberg, 30. Mai 2004
Der Bayerische Ministerpräsident
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